Talentschule Surselva

Kurzportrait

Die Talentschule Surselva ist eine öffentlich-rechtliche Oberstufe. Sie bietet ausgewiesenen Talenten aus musischen und sportlichen Bereichen die Möglichkeit, eine Schulausbildung auf Sekundarstufe I zu erlangen und gleichzeitig den Talentbereich ambitioniert weiterzuverfolgen. Unser Anspruch ist es, talentierten Jugendlichen eine innovative und förderliche Lernumgebung zu bieten. Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler sowohl auf ihr späteres Berufsleben wie auch auf ihre mögliche Karriere im sportlichen oder musischen Bereich individuell vor. Um dies zu erreichen, haben wir ein Schulkonzept aus strukturellen und pädagogischen Massnahmen entwickelt, welches wir regelmässig evaluieren und ständig weiterentwickeln.

Im Login-Bereich für Mitglieder sind ausgearbeitete Unterrichtseinheiten, Hilfsinstrumente und  Hintergrundindinformationen zu folgenden Themen erhältlich:

  • Altersdurchmischung auf der Oberstufe
  • Lernkarten, Lernfelder und Lernmatrix (Eigenentwicklung für den individualisierenden Unterricht)
  • Situiertes Lernen
  • Dialogisches Lernen
  • Lernen mit Leitprogrammen
  • Projekt-Methode im Unterricht
  • Kompetenz-Entwicklung
  • Kooperative Lernsettings
  • Blended Learning und neue Medien im Unterricht
  • Reflexionstools für Schüler

Kontaktangabe für Fragen und Anregungen:

david.halser@ts-surselva.educanet2.ch

Link zur Talentschule Surselva

Schulkonzept

Strukturelle Massnahmen

Im Bereich der Schulgestaltung versuchen wir, mit sechs Rahmenmassnahmen der speziellen Situation unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.

Lernateliers
In mindestens drei individuellen Lernateliers pro Woche bieten wir jeder Schülerin und jedem Schüler die Möglichkeit, verpassten oder nicht verstandenen Stoff aufzuarbeiten, durch Training oder Wettkämpfe verpasste Lektionen vor- oder nachzuholen, sich auf Prüfungen für weiterführende Schulen vorzubereiten oder mit Hilfe der Lehrpersonen auf die Suche nach geeigneten Lehrstellen zu gehen. Auch die Hausaufgaben können hier in einer betreuten Umgebung erledigt werden, damit am Abend nach dem Training möglichst keine weitere Zeit in Schularbeiten investiert werden muss. Der Besuch dieser Lernateliers ist freiwillig und richtet sich nach dem individuellen Bedarf der Lernenden.

Polysportiver Unterricht
Wir bieten als einzige Talentschule in der Schweiz ein polysportives Training sowie Mentaltraining für die zusätzliche Förderung der sportlichen Talente an. Die Trainingssequenzen sind in den Stundenplan integriert und werden inhaltlich in enger Absprache mit den Sportpartnern gestaltet. Somit können die sportmotorischen Bedürfnisse effizient trainiert, aber auch Aspekte der Regeneration bewusst integriert werden. Das polysportive Training fördert die sportliche Vielseitigkeit, baut grundlegende Bewegungsmuster auf, entwickelt die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten und hilft so auch mit, die Verletzungsgefahr zu verringern.

Musikalischer Grundlagenunterricht
Das Pendant zum polysportiven Unterricht bildet der musikalische Grundlagenunterricht. Dieser vermitteln unseren musikalischen Talenten Grundlagen aus der Musiktheorie und –Geschichte, der Harmonielehre und führt sie an das Komponieren von eigenen Stücken heran. Ziel dieser Ausbildung ist nebst der individuellen Förderung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufnahme an ein Konservatorium zu schaffen. Der musikalische Grundlagenunterricht ist zeitlich so gelegt, dass er auch von jungen Musikerinnen und Musikern, welche nicht an der Talentschule Surselva sind, besucht werden kann.

Tagesstrukturen
Die Talentschule Surselva wird momentan hauptsächlich von Talenten aus der Region besucht, wir stehen aber auch Interessierten von ausserhalb offen. Wir bieten zwei Stundenplan-Modelle, welche möglichst optimal auf die Bedürfnisse von Wintersportlern beziehungsweise von Sommersportlern abgestimmt sind. Beide Modelle umfassen nebst einem kompakten Angebot aller Pflichtstunden und den Lernateliers auch drei freie Halbtage, an denen intensive Trainingseinheiten in den Vereinen untergebracht werden können. Ein Mittagstisch sowie das Angebot von Gastfamilien beziehungsweise Internatsplätzen für Talente mit zu langen Schulwegen, runden unser Angebot ab.

Koordinator
Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche der Sport- und Musikpartner, der einzelnen Talente und der Schule unter einen Hut zu bekommen, ist die Aufgabe unseres Koordinators. Er ist die zentrale Verbindungsstelle zwischen den Sportvereinen, den Musikschulen, den Eltern und der Schule. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen nebst der Koordination von Schule und Talentbereich auch der regelmässige Besuch in den Trainings und die Organisation von Leistungsstandsmessungen im Talentbereich. Als Nicht-Lehrer bringt er eine zusätzliche Sichtweise ins Team ein und vermittelt uns Kontakte zu relevanten Partnerorganisationen.

Virtuelles Schulzimmer
Die Talentschule Surselva verfügt über eine modernste digitale Infrastruktur. Beide Klassenzimmer sind mit einer interaktiven Wandtafel ausgestattet, welche mit einem zentralen Server verbunden ist. So kann immer – selbst von zu Hause aus – auf die aktuellsten Dateiversionen zugriffen werden. Die wenigen lehrerzentrierten Sequenzen in unserem Unterricht können so multimedial und interaktiv gestaltet werden. Auch in der individuellen Arbeit mit kleinen Lerngruppen bieten die interaktiven Wandtafelen und der komplett digital und mehrheitlich interaktiv aufbereitete Stoff ideale Vertiefungsmöglichkeiten.
Zur digitalen Ausstattung gehört auch ein persönliches Notebook für alle Lernenden. Da wir einen grossen Teil der Selbstlernaufträge auf der Lernplattform Educanet2 digital bereit stellen und auch die Bearbeitung am Computer erfolgt, können die Schülerinnen und Schüler einerseits ihr Schulgepäck minimieren und andererseits die Fahrzeiten ins oder Wartezeiten im Training zum Lernen und Überarbeiten von Dossiers verwenden. Bei längeren trainingsbedingten Absenzen ermöglicht dieses System ein individuelles Nacharbeiten des Stoffes.

Pädagogische Angebote

Auch im Kernbereich des Unterrichts haben wir verschiedene Massnahmen getroffen, um nachhaltiges und flexibles Lernen zu ermöglichen.

Individualisierter Unterricht
Individualiserierung ist bei uns eine Notwendigkeit: Selten gibt es Tage, an denen alle Schülerinnen und Schüler vollzählig anwesend sind. Zu aufwändig wäre das stete Abgleichen der unterschiedlichen Lernstände, daher haben wir uns von der Utopie, dass alle zur gleichen Zeit das Gleiche lernen, verabschiedet. Einen grossen Anteil der Lernzeit verbringen die Schülerinnen und Schüler mit Selbstlernaufträgen, Lernkarten und Dossiers. Darin sind die Lernziele formuliert, die Materialien zusammengestellt und offene Lernaufträge formuliert. Die Erarbeitung erfolgt in Einzelarbeit oder Kleingruppen, die relativ frei über ihre Zeit verfügen können und sich das Lerntempo selber vorgeben.

Eigenverantwortliches Lernen
Parallel zur Individualisierung bemühen wir uns stark um die Entwicklung der Eigenständigkeit beim Lernen. Diese fördern wir einerseits durch den Einsatz der oben erwähnten Lernformen, bei denen nicht mehr die Lehrperson Tempo, Takt und Inhalte vorgibt, sondern die Lernenden selber aufgefordert sind, ihren eigenen Lernweg zu gehen. Der Rückzug der Lehrperson aus der Rolle des Lehrmeisters bietet mehrere Vorteile: Die Lernenden bekommen die Gelegenheit, ihre eigne Kompetenz im Umgang mit der Zeit, im Erkennen und Lösen von Problemen und im Kooperieren in Kleingruppen zu entwickeln, das Abtauchen in eine passive oder gar destruktive Konsumhaltung ist nicht möglich. Wir als Lehrpersonen unsererseits können die Zeit für individuelle Lernberatung und gezielte Hilfestellungen für Lernschwächere einsetzen.

Alters- und leistungsgemischte Lerngruppen
Die altersdurchmischten Lerngruppen an der Talentschule Surselva entstanden anfangs aus einem Sachzwang. Mit rund zwei Duzend Schülerinnen und Schülern in teilweise bis zu sechs Niveaus (je 1., 2. Und 3. Sek und Real) und zwei Stundenplanmodellen (Sommersport und Wintersport) stand von Anfang an fest, dass eine übliche Einteilung in altershomogene Klassenzüge gar nicht in Frage kommen kann. Durch eine bewusst gewählte Anordnung der einzelnen Themen innerhalb des Schuljahres versuchen wir, aus dieser Situation einen Gewinn zu ziehen. Mittlerweile möchten wir die Altersdurchmischung in rund zwei Drittel aller Fächer nicht mehr missen.

Kompetenzen vermitteln
Individualisierte, altersdurchmischte und auf eigenverantwortliches Lernen ausgerichtete Settings verlangen von den Lernenden ein grosses Mass an Kompetenz. Diese Fertigkeiten setzen wir nicht einfach voraus. Ihre Erarbeitung bildet einen wichtigen Bestandteil unserer Unterrichtskultur. Wir konfrontieren unsere Schülerinnen und Schüler nicht einfach mit Lernstoff, sondern vermitteln ihnen auch die nötigen Fähigkeiten, die gestellten Aufgaben kompetent anzugehen. Damit verschieben wir einen Teil unserer Bildungsziele aus dem Bereich des statischen Faktenwissens hin zu dynamischem Prozesswissen und bereiten unsere Schülerinnen und Schüler dadurch auf lebenslanges (weiter-) lernen vor.

Reflexive Instrumente
Eigenverantwortung beim Lernen verlangt nicht nur nach Kompetenzen, sondern auch nach dem richtigen Mass an Feedback. Durch Lernportfolios und Lernstandsanalysen, aber auch durch regelmässige Gespräche, geben wir unseren Schülerinnen und Schülern einerseits Instrumente an die Hand, sich und die eigene Lernbiografie selber kritisch zu reflektieren, andererseits konfrontieren wir sie auch mit der Aussensicht auf ihre Person, was ihnen die Möglichkeit zum Abgleich ihres Selbstbildes bietet. In der Reflexion sehen wir ein starkes Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung und zur kontinuierlichen Verbesserung des eigenen Lernertrages.

Das Zusammenspiel dieser strukturellen und pädagogischen Elemente, die permanente Suche nach guten Lösungen für auftauchende Probleme, das auf die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler zugeschnittene Angebot und unsere Begeisterung an dieser herausfordernden Arbeit ermöglichen uns, unseren Slogan mit Leben zu füllen: Wir bilden Talente.
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